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Freitag, 28. August
7 Uhr Frühstück. Blick aus dem Fenster: tolles Wetter.
Bevor wir starten steigen wir hinter der Hütte hoch an den Rand des Berges, der jäh einige hundert Meter steil in die Tiefe abstürzt und uns einen grandiosen Blick auf den Alleghesee und die umliegende Bergwelt beschert.
Nach großer Verabschiedung und mit allen guten Wünschen
für die jeweiligen Unternehmungen machen wir uns an diesem herrlichen Morgen auf den Weg.
Wir sollten gleich noch ein Gänsehautfeeling erster Güte
erfahren.
Kaum waren wir ein paar Schritte abwärts gegangen, ertönten über unseren Köpfen wunderbare Klänge, die von der steilen Wand der Civetta wieder verstärkt zurückgeschickt wurden. Herr Grassler stand auf der Veranda der Hütte und spielte uns zum Abschied auf der Panflöte. Ein Kribbeln durchlief meinen ganzen Körper. Natürlich musste ich so schnell es ging zurück (zum Glück war ich noch nicht so weit abgestiegen) um ein Foto zu machen. Von vorne ging es leider nicht, da ging es ganz steil runter und ein wenig weiter unten war er aus dem Blickfeld verschwunden. Aber als Erinnerung taugt das Foto allemal.
Ich sage euch, das war ein Gefühl! Eigentlich unbeschreiblich.
Am frühen Morgen im noch schattigen Tal, in herrlich kühler frischer Luft vor der imposanten Bergwelt der Civetta eine Wanderung mit Begleitung von Panflötenmusik zu starten. Einfach unvergesslich schön.
Unser Weg führt uns heute durch die atemberaubende Bergwelt der Civetta,
die ein sehr beliebtes Klettergebiet ist.


Im Rifugio Vazzoler machen wir Rast und ließen uns eine gute Suppe schmecken und etwas Rotwein.
Hm, lecker die Suppe macht Lust auf mehr und wir essen noch eine Speckplatte hinterher und trinken noch mehr Rotwein. Aber jetzt stopp, sonst werden die Knie zu weich, wir haben unsere Tagesetappe noch nicht bewältigt
und noch ein schönes Stück vor uns.
Heute können wir uns gar nicht satt sehen, es ist einfach grandios.

 
Auf diesem Bild sieht man schon unser heutiges Etappenziel, Rifugio Carestiato.
Aber wie das in den Bergen so ist, man kann die Entfernung sehr schwer schätzen, man weiß ja nicht ob es hinter dem nächsten Berg oder der nächsten Kehre vielleicht erst mal wieder runter geht, oder ob es einen sehr tiefen Einschnitt in den Berg gibt. Und so dauert es doch noch eine ganze Weile, aber so langsam kommt sie dann doch immer näher.

Geschafft!
Heute schreiben wir endlich die Karten für unsere Stammtischrunde.
Wir haben uns da etwas besonderes ausgedacht, und zwar haben wir 8 Postkarten waagerecht nebeneinander gelegt, allerdings so, dass das Adressfeld verdeckt war, also überlappend. Wir fingen mit dem Text auf der linken Karte oben links an und schrieben waagerecht weiter über alle 8 Karten. Jeder von uns schrieb irgendetwas witziges, auch Jutta und Michael beteiligten sich. Deves schrieb in Italienisch. Wir haben uns kringelig gelacht während wir die Texte verfassten und weil wir uns die Gesichter vorstellten, wenn unsere Freunde die Karte aus dem Briefkasten holen und lesen. Natürlich hat jeder einzelne nur sinnlose Satzfragmente und kann nichts verstehen. Nur wenn sie sich treffen, die Karten mitbringen und richtig nebeneinander legen, können sie den Text lesen. Leider hat einer die Karte zerrissen, alle anderen dachten sich schon so etwas und brachten sie zum Stammtisch mit. Na ja, er war und ist halt eine trübe Tasse. Aber sie konnten den Inhalt auch trotz der fehlenden Karte mit ein wenig Phantasie entziffern.
Hier auf der Hütte gab es gaaanz tolle Hirtenmaccheroni, die waren so was von lecker, ich schmecke sie noch heute.

Abends wurde uns noch eine wunderschöne Stimmung beschert.
Unser Zimmer war eher eine Kammer und es gab sehr vorsintflutliche Betten, die Matratzen lagen auf einem Drahtgeflecht. Aber wie eigentlich auf jeder Hütte saubere Bettwäsche.
Wider Erwarten haben wir sehr gut geschlafen.
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