Mit dem Fahrrad von München nach Venedig.

1987 waren wir noch fit und sind mit großem Rucksack von München nach Venedig über die Alpen gewandert. Es war der schönste Urlaub in meinem Leben. Seit einigen Jahren ist das Gebirgswandern für mich wegen Knieproblemen nicht mehr so gut möglich, also verlegten wir unsere Freizeit- und Urlaubsaktivitäten aufs Fahrrad. Einige schöne Fluss-Radwanderungen sollten folgen.

Im Frühling 2016 las ich im Panorama (Alpenvereins-Zeitschrift) von einer neu markierten Fahrradroute von München nach Venedig. Ich war sofort infiziert und suchte nähere Informationen im Internet. Irgendwie dachte ich, das wäre doch so zum Abschluss unserer Unternehmungen in dieser Größenordnung gerade das richtige. Ich musste keine große Überzeugungsarbeit leisten, meine bessere Hälfte war recht schnell auch einverstanden.

Im Freundes- und Bekanntenkreis trafen wir auf erstaunte Gesichter: was wollt ihr machen? Mit 74? Nö oder etwa doch?  Klar wollen wir.

Ich bestellte sofort in meinem Buchladen das noch nicht erschienene Radtourenbuch der Serie bike-line München-Venezia aus dem Esterbauer-Verlag. Zum Glück erschien es rechtzeitig, denn nach diesen Büchern kann man relativ verlässlich den Streckenverlauf finden. Die Vorfreude war groß. Irgendwann kamen mir zwischendrin dann doch mal Zweifel ob wir das wirklich angehen sollten. Aber was soll’s, wir beginnen die Tour und wenn es nicht klappt, brechen wir die Unternehmung halt ab, schließlich sind wir nicht im Niemandsland und finden überall eine Möglichkeit wieder nach München zu kommen.

Sollten wir tatsächlich Venedig erreichen, sollte es von dort mit dem Zug zurück nach München gehen und dann wieder mit dem Auto nach Hause.

So weit so gut. Für die erste Nacht in München musste ein Hotelzimmer gebucht werden. Okay. Was ist wenn wir nach München zurück kommen? Ich kann ja nicht gleich dann ins Auto und die Rückfahrt antreten, also wäre noch eine Übernachtung nicht schlecht. Aber nun wurde es schwierig. Das war die Woche in der das Oktoberfest begann, also gab es kaum noch preislich akzeptable Zimmer, die Preise schossen in die Höhe und es war kaum noch was zu finden. Was tun?

Wir hätten ja eigentlich dann auch eine Nacht in Venedig verbringen müssen, was wir nicht so gerne wollten (wir kennen Venedig).

Ich hatte dann eine tolle Eingebung. Ich suchte ob es einen Nachtzug von Venedig nach München gibt, bei dem man auch Fahrradplätze reservieren kann. Bingo, ich habe was gefunden. Ich reservierte ein 2-Bettabteil für uns alleine, mit 2 Fahrradstellplätzen in einem gesonderten Waggon, aber gleich neben unserem. Der Zug sollte um 21.30 Uhr in Venedig abfahren und morgens so kurz nach 6 Uhr in München ankommen. So haben wir eine Übernachtung in Venedig und in München gespart. Obwohl wir ein teueres Zugabteil hatten, sparten wir unter dem Strich auf jeden Fall.

In der Nähe des Hauptbahnhofes habe ich ein Parkhaus ausfindig gemacht, welches auch 24 Stunden geöffnet hat, dort stellten wir für 100 Euro den Wagen sicher unter. So konnten wir nach unserer Ankunft am frühen Morgen gemütlich unsere Räder ins Auto laden und uns auf den Heimweg begeben.

Nun möchte ich etwas zur eigentlichen Reise erzählen. Lasst euch mitnehmen und vielleicht auch zu einer tollen Radreise motivieren.

31.08.

Start um 8 Uhr bei Superwetter. Trotz vieler Baustellen lief der Verkehr so einigermaßen, zumindest trafen wir unfallfrei in München ein. So gegen 14 Uhr erreichten wir das Hotel Seibel (es liegt direkt an der Theresienwiese) in München. Im Vorfeld machte ich mir Gedanken wie wir in einem Parkhaus unsere Räder und das Gepäck aus dem Auto und auf die Straße schaffen. Mein lieber Mann hatte die beste Idee überhaupt – zuerst ans Hotel, alles abladen, danach ins Parkhaus. Genial, nur blöd das ich nicht selbst auf diese Idee kam.

Beim Spaziergang in München haben wir den Bavariapark entdeckt mit einem tollen Biergarten der Augustinerbräu, dort haben wir es uns dann gut gehen lassen und fielen dann etwas müde mit einer gewaltigen Vorfreude in die Betten.

 

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