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Mir kribbelte es ständig im Bauch, die Spannung vor der Schiara (sprich skiara) wuchs bei mir fast ins Unerträgliche. Bald kam dann eine Weggabelung, an der man sich entscheiden musste, steigt man weiter ab zum Rifugio Bianchet, um von dort dann am nächsten Morgen mit dem Bus nach Belluno zu fahren oder steigt man wieder 500 Meter auf zur Marmolscharte. Von dort geht es dann nur weiter über die sehr ausgesetzte Steiganlage mit 600 Metern Höhenunterschied an der Ostseite der Schiara-Südwand mit Leitern, Seilen und schmalen Felsbändern. Michael und Jutta entscheiden sich für die Bianchet. Markus, Reinhold, Deves und ich entscheiden uns für den Klettersteig.
Wir verabschieden uns und steigen weiter in einer traumhaft schönen Bergkulisse. Vor uns im Dunst hinter harmlosen weißen Wölkchen liegt das Bergmassiv, das das Ende unserer Bergetappen bezeichnet, welches wir hier von der Nordseite sehen. Die Marmolscharte war der Übergang (roter Pfeil).
Es geht durch hüfthohe Blumenfelder, wo wir den Weg unter unseren Füßen nur erahnen können, denn man kann die Schuhe nicht sehen. Wir kommen vorbei an riesigen Edelweißbüschen, bei denen die Blüten so groß wie Margeriten sind – beeindruckend schön.
Weiter geht’s. Es wird immer spannender. Und dann plötzlich - meine ganz persönliche Schlüsselstelle war erreicht.
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Hier war ich nun wirklich an meine Grenzen gestoßen und konnte nicht mehr weiter. Meine Angst wuchs und ich stand heulend da, einmal weil ich nicht weiter konnte und zum anderen weil ich ganz genau wusste, dass Deves selbstverständlich mit mir zusammen umkehren wird, obwohl er sich doch auch auf diesen Steig gefreut hatte. Ich heulte, es wurde hin und her diskutiert und dann die Entscheidung getroffen, das Markus und Reinhold alleine weiter gehen und Deves mit mir umkehren und dann zum Rifugio Bianchet absteigen wird.
Und das war gut so.
Den ganzen Weg zurück und dann weiter zur Bianchet war ich untröstlich, zum einen, dass wir nicht weiter gegangen sind, aber dies hauptsächlich wegen meinem LiMa, der mir ständig versichert hat, dass es ihm überhaupt nichts ausmacht und ich mir wirklich keine Gedanken machen müsste. Na ja, was soll er auch sonst sagen.
Inzwischen war die Dämmerung hereingebrochen und wir wanderten im Wald auf einem schmalen Weg und weit vor uns war ein ziemlich großer Moos bewachsener Felsbrocken, so etwa 5 Meter hoch und 3 Meter breit zu sehen. Plötzlich erschien eine Gestalt, die dann ebenso schnell wieder verschwunden war. Für uns sah es so aus, als habe sich die Gestalt hinter eben diesem Felsen versteckt. Es wurde uns schon irgendwie mulmig, Deves nahm das Schweizer Messer und klappte die Schneide aus. So bewaffnet gingen wir weiter. Unsere Spannung wuchs je näher wir diesem Felsen kamen. Plötzlich sprang eine Gestalt hinter diesem Felsen hervor und wir zuckten zusammen.
Dann brachen wir in schallendes Gelächter aus, es war Michael. Was wir vorher nicht wussten, dass die Hütte schon fast erreicht war und Michael noch ein wenig an der Luft war und uns dabei von weitem entdeckte und erkannte. Hätten wir gewusst, dass wir schon fast am Ziel sind, wäre uns vielleicht in den Sinn gekommen, dass er es sein könnte. Nach dem dunklen Wald direkt im Licht stand die Bianchet.

Wir fachsimpelten abends noch über die Schiara und weil wir den Abend in Gesellschaft verbringen konnten, war der Frust bald hinten angestellt.

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