Donnerstag, 3. September

Der Wirt hat sich bereit erklärt für uns eine Ausnahme zu machen und servierte uns schon um 7 Uhr das Frühstück. Denn wir wollten nicht zu spät los, weil der Tag wohl anstrengend werden sollte und wir waren nicht mehr in den Bergen und es wurde entsprechend heiß.
Jutta und Michael verließen heute die Gruppe und nahmen den Bus direkt nach Jesolo, denn ihr Urlaub reichte nicht mehr aus und sie wollten wenigstens noch nach Venedig.
Zu fünft machten wir uns auf den Weg nach Priula. Allerdings kommen wir nicht sehr weit. Nach etwa 1 ½ Stunden gelangten wir an ein Grundstück und fragten den dort Rasen mähenden Mann nach dem Weg, denn es war wirklich nicht einfach den richtigen zu finden. Nach ein paar Worten stellte sich heraus, dass dieser Italiener sehr gut Deutsch sprach und – man glaubt es nicht – schon seit vielen Jahren genau in dem Ort in Deutschland arbeitet, aus dem Markus und Hans kommen. Ein Wort gab das andere und wir wurden kurzerhand zu einem Glas Wein eingeladen. Wir saßen gemütlich in der kleinen Stube und erzählten und tranken – und aus dem einen Glas wurden dann vier Flaschen!!!! Die „Mama“ wollte uns dann noch einen Teller Spaghetti kochen, was wir dann freundlich, aber ganz energisch ablehnten und machten uns ziemlich „beseelt“ auf den Weg.
Die Landschaft war weich und hügelig und erinnerte ein wenig an die Toscana.

Unterwegs stärkten wir uns jetzt mit Brombeeren und Haselnüssen, die in Hülle und Fülle unseren Weg säumten. Ab jetzt fragten wir uns so durch. Bei einer erneuten Nachfrage bei Straßenarbeitern blieben Markus und Hans wieder hängen und wurden zu einem Glas verpflichtet. Na wenn das so weiter geht!

In Refrontolo haben wir in einer kleinen Kneipe Rast gemacht.

Wir waren die einzigen Gäste und trotzdem wurde für uns das offene Feuer angezündet, über dem dann das Essen zubereitet wurde.

Wir wanderten weiter, aber bald verließ uns die Lust noch weiter zu marschieren, denn wir hatten nur Teerstraßen vor uns. Der Entschluss, mit dem Bus nach Jesolo Lido zu fahren und dort zu übernachten, war schnell gefasst.

Bei der Zimmerbeschaffung mussten wir einige verächtliche Blicke über uns ergehen lassen; zum Glück haben wir dann aber doch noch eine preiswerte Unterkunft gefunden. Unser Abendessen war nicht so besonders, Reinhold hat es sogar ziemlich schlecht getroffen, er bekam ziemlich alten Fisch.