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Montag, 24. August
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir Dorothea nebst Mutter und waren eigentlich froh wieder zu dritt zu sein, wir harmonierten einfach hervorragend. Der Tag sah gar nicht so gut aus, sehr tief hängende Wolken und Nebel um uns herum und wir überlegten noch, ob wir überhaupt aufsteigen sollten, denn unser Ziel war die Boè-Hütte, der höchstgelegene Übernachtungspunkt auf dieser Tour: 2.873 m. Nach Auskunft eines Einheimischen sei es kein Problem, das Wetter wäre nicht schlimm. Na ja, wie man's nimmt. Also los, die Entscheidung sollte jetzt schnell fallen, sonst wird es einfach zu spät, es ist schon fast 10 Uhr. Also los geht’s.

Es war ein wirklich toller Klettersteig, an den brenzligen Stellen gut mit Seilen gesichert. Nur leider sah man wirklich kaum etwas.

Wenn der Nebel mal aufriss, öffnete sich vor unseren Augen eine grandiose Bergwelt.

Nach einer kurzen Rast in der neuen kleinen Pisciadu-Hütte ging es weiter.


Nach etwa einer Stunde begann es dann noch zu allem Übel zu regnen und es wurde auch ungemütlich kalt. Aber der Weg war ausreichend markiert und wir kamen gut voran. Es kamen noch ein paar lustige seilgesicherte Klettereien. Je höher wir kletterten je kälter und stürmischer wurde es.
Aber immer wenn die Wolken mal aufgingen stockte mir der Atem, es gab tiefe steile Abgründe und wahnsinnige Felstürme zu sehen.

Von hier aus zur Hütte über diesen Sattel zu laufen ist ja kein Problem, aber wenn hier wirklich dicker Nebel liegt, sieht man weder eine Markierung noch die Abgründe rechts und links, also das kann unter Umständen schon gefährlich werden. Beim genauen Hinschauen kann man die Hütte ganz hinten erkennen. Wir waren glücklich und zufrieden unser heutiges Etappenziel nun erreicht zu haben.


Ein Bier und ein zünftiger Schnaps wärmten uns von innen und die Wärme in der Stube von außen und schnell waren wir wieder im Lot. *g*

Eigentlich wollten wir ja noch einen Abstecher auf den Biz Boè machen, aber das scheint nichts zu werden. Es begann immer heftiger zu stürmen. Ich setzte mich mit Kopfhörer und der Alpensinfonie ans Fenster und schaute draußen den schwarzen Wolken zu, die in wildem Durcheinander um die Hütte tobten.
Jetzt habe ich mir doch während ich hier schreibe direkt diese CD geholt und höre sie jetzt mit intensiver Erinnerung. Diese Musik ist einfach grandios und passt wirklich gut zu den Bergen.
Abends haben wir ein köstliches Essen bekommen, gebackene Polenta, Salciccia und selbst gesammelte Pilze, es war einfach köstlich. Der Sturm wurde stärker. Es rappelte und klapperte heftig und der Sturm zerrte an den Fensterläden. Irgendwann fiel das Licht aus. Zum Glück haben wir unsere Stirnlampen und es gibt vor dem Zubettgehen noch ein Schnäpschen aus dem Flachmann. Dann folgte noch das gemeinsame Zähne putzen. *ggg*


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