Samstag, 22. August

Am nächsten Morgen war der Himmel bedeckt, aber es war schon sehr warm.
Der Bauer Mitterrutzner fuhr uns die ersten 6 km mit dem Auto, denn das war nur Asphaltstraße. Über diesen kostenlosen Service freuten wir uns wirklich sehr, denn das schonte auch unsere Gelenke.
Nun machten wir uns startklar – Dorothea testete mal kurz das Gewicht meines Rucksacks und hat ihn als zu schwer befunden und gab ihn
mir gerne sofort zurück.

Ein Stück Straße hatten wir doch noch zu bewältigen und staunten nicht schlecht, als nach etwa einer halben Stunde wandern, „unser“ Bauer mit dem
Auto plötzlich wieder auftauchte. Was war passiert?

Ach du liebe Güte, wir hatten etwas ganz wichtiges im Gasthof liegen lassen, und zwar unser Unterkunftsverzeichnis einschließlich sämtlicher Telefonnummern und die Wegebeschreibungen. Wir hätten ganz schön „alt“ ausgesehen, wenn wir das nicht mehr gehabt hätten. Wir waren Herrn Mitterrutzner äußerst dankbar, er hat unsere Tour gerettet. Natürlich hätten wir das bald gemerkt, aber sehr wahrscheinlich erst nach einigen Stunden,
denn wenn der Weg gut markiert ist, braucht man die Beschreibung ja nicht. Meistens schaut man auch nur in die Karte. In das Unterkunftsverzeichnis schauten wir erst abends um uns für den nächsten Tag anzumelden.
Ach ja und es wurde ganz schnell heiß und der allseits „beliebte“ Klamottenwechsel war wieder mal angesagt *ggg*

Zunächst war der Anstieg recht gemütlich

auf jeden Fall war er sehr schön und wurde dann bald auch etwas anspruchsvoller

Unser heutiges Ziel war die herrlich gelegene Schlüterhütte, die recht stark frequentiert wird. Deshalb hielten wir uns nicht lange nach der Scharte
auf und stiegen bald weiter zur Hütte ab, denn die Betten werden vergeben wie man an der Hütte eintrifft. So sollte es normalerweise sein, wobei auf Vereinshütten Alpenvereinsmitglieder vor Nichtmitgliedern selbstverständlich Vorrang haben. Auf privaten Hütten ist das natürlich anders.

Meine beiden Jungs tanzten von dem einen auf das andere Bein vor uns her und sangen lauthals „Jetzt trinken wir ein Weizenbier, ein Weizenbier tralalalalalalala“

Es war gut dass wir gleich zur Hütte sind, denn wir haben die beiden letzten Einzelzimmer erwischt und jeweils eine Matratze dazu, so konnte
Reinhold es sich mit Dorothea gemütlich machen und wir beide hatten auch unsere Ruhe *g*. Ansonsten hätten wir wieder, wie Michael und Jutta, mit dem
Lager vorlieb nehmen müssen. Grundsätzlich ist das auch kein Problem, aber manchmal ist man doch froh in einer kleineren Einheit schlafen zu
können und ich habe nur mit einem einzigen Schnarcher zu kämpfen. *ggg*

Wir bestiegen nachmittags einen nahen Hügel, sahen die Hütte von oben, genossen das Wetter und die Aussicht. Rund um die Hütte herum Wiesen
so weit das Auge reicht und eine herrliche Bergwelt

und entspannten uns mit der imposanten Alpensinfonie von Richard Strauss.