Wie kommt der Mensch zum Hund?
Das kann nur ein Hundefreund erklären.

Aber wie ein Mensch zur Katze kommt,
kann ich - zumindest aus meiner eigenen Erfahrung - erzählen.

Damals wohnten wir in einer kleinen Dachwohnung. Ein katzenbesitzender Mitbewohner des Hauses zog in eine andere Wohnung, lediglich etwa 300 m Luftlinie entfernt. Sein Kater war Freigänger und er kam deshalb immer wieder zur alten Adresse zurück. Er sperrte ihn ein, aber Sambo (das war sein toller Name) schaffte es durch ein gekipptes Fenster zu entfliehen, zum Glück ohne dass er darin hängen blieb. Gekippte Fenster sind leider vieler Katzen Tod.
Nachdem er dieses Spielchen mehrere Male absolvierte, sollte er eingeschläfert werden und das konnten wir auf keinen Fall akzeptieren, also adoptierten wir ihn. So kamen wir zu unserer ersten Katze. Der erste Besuch in unserer Wohnung glich fast einem Erdbeben. Er sauste durch die Wohnung über alle Gegenstände hinweg, die Wände hoch so gut es ging, sprang aus dem schräg gestellten Dachfenster (an das wir, obwohl wir es hätten wissen müssen, leider nicht gedacht haben) auf das Dach. Es ging alles so blitzschnell, so daß wir ihn nicht vorher fangen konnten. Ihr könnt euch sehr gut vorstellen, wie lange es dauerte, bis dieses arme verschreckte Tier wieder in unserer "Obhut" war. Er wurde aber sehr anhänglich, blieb jedoch ein Freigänger, einsperren war absolut unmöglich.

Im Laufe seines Lebens wurde er mit vielen anderen Katzen in der Umgebung von einem "lieben" Mitmenschen mit Giftködern vergiftet. Wir waren zu dieser Zeit in Urlaub und eine Mitbewohnerin im Haus sollte ihn während unserer Abwesenheit versorgen. Als wir zurück kamen, erhielten wir die Schreckensnachricht, dass sie Sambo in den drei Wochen unseres Urlaubs nie zu Gesicht bekommen habe und erzählte uns ebenfalls von den Vergiftungen in der Nachbarschaft. Wir glaubten nicht, unseren Sambo jemals wieder zu sehen. Am nächsten Tag aber geschah das Wunder. Wir wollten gerade das Haus betreten als wir links neben uns im Busch ein ganz schwaches Miauen hörten und da war er. Total abgemagert und das Gesicht und viele andere Teile des geschundenen Körpers ohne Fell. Es war ein herzzerreißender und grausamer Anblick. Er fiel vor unseren Augen um und ich nahm ihn hoch und legte ihn auf ein Bett. Sofort flößte ich ihm etwas Wasser ein. Ich kochte Haferschleim, aber ganz dünn und durchgesiebt, fügte ein Eigelb und Traubenzucker hinzu. Damit versorgte ich mit einer Pipette das arme Tier mehrmals täglich. Damals arbeitete ich den ganzen Tag und ich fuhr extra in der Mittagspause nach Hause. Er lag auf Decken und alten Tüchern, denn er war zu schwach um auf das Katzenklo zu gehen.
Und nun geschah das zweite Wunder, er erholte sich und es ging ihm, man konnte fast sagen, stündlich besser. Er bekam dann noch eine Vitaminpaste und nach und nach auch festere Nahrung, die ich jedoch anfangs noch mit viel warmem Wasser verdünnte. Er wurde wieder ganz gesund und  verbrachte noch viele schöne Jahre bevor wir ihn im Alter von 17 Jahren einschläfern lassen mußten.

Zu weiteren Bildern der jeweiligen Katze braucht man nur das kleine Bildchen anklicken.



Sambo war so zwei drei Jahre bei uns, als meinem Mann auf dem Weg zur Arbeit auf einer sehr stark befahrenen Straße ein kleines Kätzchen vor die Füße sprang. Er bückte sich, nahm es auf den Schoß und streichelte es, dann setzte er es wieder ab. Kaum das es unten war, sprang es ihm unter die Jacke.
Und was machte dieser Mensch? Er brachte es mir nach Hause mit der Bemerkung ich könne das Kätzchen ja zu Herrn XY bringen (ein Lehrer in der Nachbarschaft mit eigenem Haus und Garten, der alle in der Umgebung wild lebenden Katzen mit Futter versorgte). Ja, ja, er wußte ja sooooo genau, dass ich das nicht tun würde. Dieses kleine Knäuel schaute mich mit riesengroßen Augen an und wir verliebten uns sofort ineinander. Somit hatten wir auch ein Katzenfräulein die wir auf den Namen Dolly tauften.

Nach einigen Jahren zogen wir in unsere jetzige Wohnung und da diese im Erdgeschoß liegt, durfte nun auch Dolly nach draußen, was sie sichtlich genoß. Auch sie wurde 17 Jahre alt.



Nachdem Sambo gestorben war, kam natürlich wieder ein neues Familienmitglied zu uns. Es war Nora.

Von einer Bekannten hörte ich, dass bei einem lieben Menschen, der wildlebende Katzen versorgt, eine weiße langhaarige, inzwischen total verfilzte Katze sei, die unbedingt in häusliche Obhut gehöre Ich rief dort an und mir wurde erklärt, dass die betreffende Katze weder ganz weiß, noch verfilzt sei aber ich könne sie gerne haben. Also machte ich einen Termin aus und fuhr dort hin. Es war ein Firmengelände in einem Industriegebiet. Auf diesem Grundstück hatte dieser Mann einen Raum nur für die Katzen eingerichtet; mit Regalen auf denen jede Menge Körbe und Kisten standen, in denen es sich die vielen Tiere gemütlich machen konnten und im Winter und bei schlechtem Wetter einen Unterschlupf hatten. Er fütterte sie und der Tierschutzverein kastrierte sie, sofern es gelang die Tiere einzufangen.
Ich sah mich um und suchte diese Katze, nichts zu sehen. Ich erhielt die Auskunft dass sie sehr scheu sei. Plötzlich war sie da und ich verliebte mich sofort. Nachdem ich  geduldig in der Hocke wartete und sie zu mir lockte, konnte ich sie tatsächlich einmal kurz streicheln, was nach Auskunft dieses Katzenfreundes fast an eine Sensation reicht. Also war doch sonnenklar, sie mußte zu uns. Anfangs war sie sehr scheu und versteckte sich unten in einer Orgel. Natürlich konnten wir sie noch nicht nach draußen lassen. Nach einer relativ kurzen Eingewöhnungsphase wurde sie eine ganz liebe und zarte, allerdings auch sehr mimosenhafte Mitbewohnerin.
Von Nora mußten wir uns leider im November 2004  trennen, sie litt an akutem Nierenversagen. Und wie alt wurde sie? Ja, 17 Jahre. Scheinbar ist das die festgesetzte Altersgrenze unserer Katzen, ist schon etwas merkwürdig.

Nachdem Dolly verstorben war, kam im Oktober 1993 im Alter von drei Monaten Sina zu uns. Eine weiße Katze mit hellblauen Augen, die anfangs noch zwischen den Ohren zwei dunkle kleine Zeichnungen hatte, die allerdings mit der Zeit vollkommen verschwunden sind. Ihr Vater war ein weißer Türkisch Angora Kater und die Mutter eine dunkle Schildpattkatze aus dem Tierheim.
Nora spielte sehr viel mit Sina und obwohl sie einige Jahre älter war, verstanden sie sich recht gut. Aber je älter Sina wurde, desto frecher wurde sie und attackierte Nora recht häufig und diese ließ sich das alles so gefallen, sie war einfach zu gutmütig, aber es gab niemals irgendwelche ernsten Kämpfe. Sina entwickelte sich zu einer Einzelgängerin die eigentlich keine andere Katze neben sich duldete, auch alle Katzen aus der Nachbarschaft trauten sich nicht in ihr Revier.

Wir überlegten lange hin und her ob wir uns wieder eine zweite Katze zulegen sollten. Das dürfte sicherlich mit Sina schwierig werden. Aber irgendwann war es dann doch klar, wir wollten es zumindest versuchen, allerdings nicht mit einer ganz jungen Katze. Sie sollte vielmehr schon älter sein, so dass sie sich gegenüber Sina behaupten kann. Auf jeden Fall sollte es eine Katze aus dem Tierheim sein, vielleicht eine alte die niemand mehr möchte. Schon in dem ersten Tierheim das wir besuchten, gab es genug Katzen die ein neues Zuhause suchten. Es waren aber überwiegend jüngere und zutrauliche Kätzchen die wohl in der nächsten Zeit vermittelt werden können. Aber da gab es eine, die schon seit März 2004 im Tierheim saß und weshalb? Nicht weil sie alt und häßlich war oder sonst irgendeinen äußerlichen Mangel aufwies. Nein nur weil sie extrem scheu war und nicht sofort gestreichelt oder geknuddelt werden konnte. Es war eine Katze (im Tierheim wurde sie “Tackerchen” genannt) der man sehr viel Zeit lassen mußte, sich an ihre neuen Menschen und an die neue Umgebung zu gewöhnen. Wir waren der Meinung, dass sie bei uns alle Zeit der Welt hat, um sich einzugewöhnen Also wagten wir einen Versuch und nahmen sie mit nach Hause. Allerdings schon das Einfangen im Tierheim war eine Sache für sich, es war unmöglich. Also wurde der ganze Korb, in den sie sich geflüchtet hatte, in einen Bettbezug gepackt und so transportierten wir sie. Genau so wie wir uns das vorstellten war es dann auch. Cora, das war ein Name der auch in ihren Papieren stand, verkroch sich sofort unter ein Regal und kam nicht einmal zum Fressen hervor. In der Nacht ging sie in ein anderes Zimmer unter ein Bett und dort blieb sie. Wir stellten alles Nötige in dieses Zimmer und ließen sie einfach in Ruhe, sprachen nur ständig mit ihr und waren präsent.

Sina mochte Cora nicht.
Die beiden empfanden wohl keine Liebe auf den ersten Blick, wie es scheint, wird es wohl auch keine geben, denn obwohl Cora den Kontakt sucht, hält Sina gar nichts davon, sie faucht und spuckt nur fürchterlich, was Cora nun überhaupt nicht versteht.  Allerdings läßt sie sich auch nicht sonderlich davon beeindrucken.

Nach 2 1/2 Wochen war sie schon so vertraut, dass wir es wagten, sie in den Garten zu lassen. Es klappte wunderbar, sie inspizierte alles und kam ganz selbstverständlich wieder in die Wohnung zurück. Hier ist ihre Zuflucht.

Inzwischen ist Cora schon sehr anhänglich geworden und sucht immer unsere Nähe. Wir haben es nicht bereut und sind froh sie von dem Leben im Tierheim befreit zu haben. Im Grunde können wir überhaupt nicht verstehen, weshalb sie so lange dort sitzen mußte, sie ist zudem auch eine recht hübsche Katze und hat wirklich ein sehr liebes Wesen.

Zum Schluß habe ich eine große Bitte: Wenn ihr euch eine Katze oder einen Kater ins Haus holen wollt, geht bitte nicht zu einem Züchter, sondern geht in die Tierheime und schaut in die Augen dieser Tiere und wie sie an der Käfigtür hochklettern und zu dir möchten. Die Tier- und Katzenheime sind überfüllt mit nicht mehr ”gebrauchten” Tieren. Es ist für jeden Menschen “die” eine dabei die er sich wünscht.

Ich habe eine Kurzgeschichte entdeckt, die jeder Tierfreund lesen sollte. Es geht in dieser zwar primär um Hunde, man kann sie aber ohne weiteres mit allen aus Züchterhand “produzierten” Tieren vergleichen. Hier geht es zu der lesenswerten Geschichte. Man kann (soll) diese Geschichte mitnehmen und auf der eigenen HP oder sonst irgendwo veröffentlichen.